Basisschutz: dauerhaft & gratis.Jetzt kostenlos Basisschutz aktivieren
Markenwissen · Risiko

Wenn der eigene Erfolg zur Gefahr wird

Eine eigentlich erfreuliche Entwicklung kann Ihre Marke schwächen: Wird ihr Name zum allgemeinen Wort für ein ganzes Produkt, droht der Verlust des Schutzes. Das nennt man Verwässerung.

Was Verwässerung bedeutet

Von Verwässerung spricht man, wenn eine Marke ihre Unterscheidungskraft verliert – weil zu viele ähnliche Zeichen geduldet werden oder weil der Markenname im Alltag zum Gattungsbegriff für die ganze Produktkategorie wird. Beides höhlt den Wert und den Schutz Ihrer Marke aus.

Merksatz

Eine Marke kennzeichnet ein Unternehmen – kein Produkt

Sobald Kundschaft Ihren Markennamen für jedes vergleichbare Produkt verwendet (statt nur für Ihres), verliert er seine Funktion als Herkunftshinweis. Genau diese Funktion schützt das Markenrecht.

Wie eine starke Marke verwässert

1

Starke Wortmarke

Eingeführt, unterscheidungskräftig, klar Ihrem Unternehmen zugeordnet.

2

Wird zum Alltagswort

Kundschaft nutzt den Namen für die ganze Produktkategorie.

3

Gattungsbegriff

Der Name verliert seine Funktion als Herkunftshinweis.

4

Schutzverlust

Das Markenrecht kann geschwächt werden oder erlöschen.

Bekannte Beispiele

«Tempo»vsPapiertaschentuch
Gattungsbegriff

Kaum jemand verlangt ein «Papiertaschentuch» – man sagt «Tempo». Im Alltag steht der Markenname für die ganze Produktkategorie.

Lehre daraus: Marktführerschaft kann zur Falle werden, wenn der Name generisch wird.

Sprachgebrauch / Markenkunde

Fall im Detail

«Aspirin»vsSchmerztablette
je nach Land generisch

In einigen Ländern wurde «Aspirin» zum allgemeinen Wort für Kopfschmerztabletten – in den USA bereits 1921 gemeinfrei, in Deutschland/der Schweiz weiterhin geschützt.

Lehre daraus: Schutzumfang kann erodieren, wenn nicht gegengesteuert wird.

US-Urteil 1921 / Markenkunde

Fall im Detail

«Post»vsbeschreibend & schwach
eingetragen, aber enger Schutz

«Post» ist beschreibend und wurde nur über Verkehrsdurchsetzung eingetragen. Der BGH («POST II», 2008) hob die Löschung auf – der Schutz blieb aber schwach: Wettbewerber dürfen «Post» mit Zusätzen nutzen.

Lehre daraus: Rein beschreibende Begriffe sind nur schwer und schwach zu schützen.

BGH «POST II», I ZB 48/07, 2008

Fall im Detail

Wie Sie gegensteuern

Gegen Verwässerung hilft Konsequenz: Verwenden Sie Ihre Marke immer als Eigenname (idealerweise mit einem Gattungswort daneben, etwa «die Marken-Kanzlei-Überwachung»), treten Sie gegen verwechselbare Neuanmeldungen auf und dokumentieren Sie Ihre Verteidigung. Eine laufende Überwachung ist dafür die Grundlage – denn nur, was Sie früh bemerken, können Sie auch konsequent verteidigen.

Verteidigen beginnt mit Bemerken

Wir melden Ihnen verwechselbare Neuanmeldungen automatisch – die Basis jeder konsequenten Verteidigung.

Dieser Beitrag dient der Information und stellt keine Rechtsberatung dar.